de.internet.com: 17. Juli 2004. Nordkorea stellt sein erstes Internet-Portal vor / Exportgut: Überwachungstechnik
Nordkorea hat eine offizielle Präsenz im Internet eröffnet. Wer die Informationen über Wirtschaft, Kunst, Tourismus, Land und Leute, sowie die Statements der Machthaber abrufen will, muss sich bei Naenara ("Mein Land") jedoch zuerst registrieren. Das Portal steht in der Landessprache und auf Englisch zur Verfügung. Auch ein Einblick in die eigentümliche Welt der staatlich streng kontrollierten Nachrichtenagentur KCNA wird gegeben.
Ein bereits angekündigtes Shopping-Angebot und ein Webmail-Dienst sind noch nicht verfügbar. Später soll es auch Filme und Musik aus Pjöngjang im Download geben. Wenig überraschend ist auch der Hauptexportartikel: die Überwachungstechnik. So bezeichnet sich das Korea Computer Center (KCC) als führend im Bereich Biosignal Processing und Information Security. | | Technisch verantwortlich für die Online-Präsenz des Landes ist die Berliner KCC Europe GmbH, die dem Geschäftsmann Jan Holtermann gehört. Sie hat ihren Firmensitz in Berlin, nahe der Botschaft der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik (KDVR), wo auch der Server steht. "Es wurde ein Exklusiv-Vertrag zum Zweck der Errichtung, Einrichtung und kommerziellen Nutzung des Internet in der KDVR geschlossen", erklärt das Unternehmen, das nach eigenen Angaben eng mit der Korean Posts & Telecommunications Co. (KPTC), dem Monopolisten für Post und Telekom, sowie mit dem Korea Computer Centre (KCC) in Pjöngjang zusammenarbeitet. "Sobald über unseren Satelliten größere Datenmengen ausgetauscht werden können wird es möglich sein, auf die Computer-Industrie der KDVR, z.B. Programmierleistungen, Software-Entwicklungen etc. von erstklassig ausgebildetem Fachpersonal, zugreifen zu können", kündigt Holtermann an. Auch in der Vermarktung staatlicher Überwachungstechnik ist man aktiv. So preist man auch automatische Erkennungssysteme für Zugangskontrollen und Nutzerspezifikationsmöglichkeiten für begrenzte Webzugänge an. (ck)
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